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Legacy-ERP modernisieren: Altsysteme vernetzen ohne Risiko

Ihr ERP ist 15 Jahre alt aber funktioniert? Wir vernetzen Altsysteme schrittweise…

Das Dilemma: Altsysteme, die niemand anfassen will

Sie kennen das: Das ERP-System läuft seit 10 oder 15 Jahren stabil. Die Mitarbeiter kennen es. Die Prozesse sind eingespielt. Aber es gibt keine API, keine Cloud-Anbindung, keine mobile Oberfläche. Und der Hersteller bietet keinen Support mehr oder wurde aufgekauft.

Die Versuchung ist groß, alles auf einmal zu ersetzen. Doch Komplett-Migrationen sind teuer (schnell 6-stellig), riskant (Datenverlust, Prozessbrüche) und dauern oft Jahre statt Monate. Während dieser Zeit arbeiten Ihre Mitarbeiter in zwei Systemen parallel – eine Produktivitätskiller.

Es gibt einen besseren Weg: Modernisierung durch Integration statt durch Ersetzung.

Der Middleware-Ansatz: Brücken statt Abriss

Statt das Altsystem zu ersetzen, bauen wir Brücken. Eine Middleware-Schicht verbindet Ihr bestehendes ERP mit modernen Systemen – ohne das Altsystem selbst verändern zu müssen.

  • REST-API-Gateway: Wir setzen eine API-Schicht vor Ihr Legacy-System. Neue Anwendungen kommunizieren über standardisierte JSON-Schnittstellen. Das Altsystem selbst bleibt unverändert – wir lesen und schreiben über die bestehende Datenbank oder vorhandene Schnittstellen.
  • Datenbank-Replikation (CDC): Relevante Daten werden in Echtzeit in eine moderne PostgreSQL-Datenbank gespiegelt. Dort können sie mit aktuellen BI-Tools analysiert, in Dashboards visualisiert oder von KI-Modellen verarbeitet werden.
  • Event-Driven Architecture: Änderungen im ERP lösen automatisch Aktionen in anderen Systemen aus. Neuer Auftrag → automatisch Lieferschein generiert. Rechnung bezahlt → automatisch Buchhaltung aktualisiert. Keine manuelle Doppelerfassung mehr.

Typische Integrationsszenarien aus unserer Praxis

DATEV-Anbindung: Automatischer Belegexport

Ihr ERP erstellt Rechnungen und Gutschriften. Bisher werden diese manuell exportiert und in DATEV importiert. Mit unserer Middleware passiert das automatisch: Jede Buchung wird in Echtzeit an DATEV übergeben. Keine manuelle Übertragung, keine Tippfehler, keine Verzögerungen beim Steuerberater. Die Ersparnis? Typischerweise 8-15 Arbeitsstunden pro Monat in der Buchhaltung.

ELO ECM: Intelligentes Dokumentenmanagement

Dokumente aus dem ERP – Auftragsbestätigungen, Lieferscheine, Rechnungen – werden automatisch in ELO Digital Office archiviert, verschlagwortet und sind sofort über die Volltextsuche auffindbar. Revisionssichere Ablage inklusive. Bonus: Mit lokaler KI können eingehende Dokumente (z.B. Lieferantenrechnungen) automatisch klassifiziert und den richtigen Vorgängen zugeordnet werden.

Webshop-Integration: Echtzeit-Bestandsverwaltung

Lagerbestände und Preise aus dem ERP werden in Echtzeit an den Onlineshop (WooCommerce, Shopware, Magento) übermittelt. Kein Überverkauf, keine veralteten Preise, keine manuellen Abgleiche. Bestellungen aus dem Shop fließen automatisch als Aufträge ins ERP zurück.

CRM-Integration: 360-Grad-Kundensicht

Kundendaten, Auftragshistorie, offene Posten und Servicefälle aus dem ERP fließen automatisch ins CRM (z.B. SuiteCRM, Vtiger – beide Open Source). Vertriebsmitarbeiter haben alle Informationen auf einen Blick, ohne zwischen Systemen wechseln zu müssen.

Open-Source-Tools für die Integration

Wir setzen auf bewährte Open-Source-Middleware – keine proprietären Lizenzen, volle Kontrolle:

  • Apache Camel: Enterprise Integration Framework mit über 300 Konnektoren. Verbindet praktisch jedes System mit jedem anderen – von SAP bis REST-API, von FTP bis MQTT.
  • n8n: Visual Workflow Automation mit einer intuitiven Drag-and-Drop-Oberfläche. Die europäische Alternative zu Zapier und Make – aber selbst gehostet und DSGVO-konform.
  • PostgREST: Generiert automatisch eine vollständige REST-API aus einer PostgreSQL-Datenbank. Ideal, um Legacy-Datenbanken sofort über eine moderne API zugänglich zu machen.
  • Debezium: Change Data Capture für Echtzeit-Datenreplikation. Überwacht Ihre Legacy-Datenbank und streamt Änderungen in Echtzeit an andere Systeme – ohne das Quellsystem zu belasten.

Unser Vorgehen: Risikominimal und transparent

  1. Bestandsaufnahme (1 Woche): Welche Daten fließen wo? Welche Schnittstellen existieren? Wo sind die Engpässe und Fehlerquellen?
  2. Prototyp (2-3 Wochen): Wir bauen eine erste Brücke für einen konkreten, messbaren Anwendungsfall.
  3. Pilotbetrieb (2-4 Wochen): Parallelbetrieb mit automatischem Abgleich. Wir messen die Fehlerquote und optimieren.
  4. Produktivschaltung: Schrittweise Übernahme der automatisierten Datenflüsse.
  5. Monitoring und Wartung: Dauerhaftes Monitoring aller Schnittstellen mit Alerting bei Abweichungen.

Unsere Integrations-Dienstleistungen im Detail →